Einladung und Aufruf zur Öffentlichen Ideensuche
Am 20. Juli 2010 haben wir folgenden Brief mit dem Aufruf zur öffentlichen Ideensuche für ein angemessenes Gedenken an das Frauen-KZ Limmer an über 100 Vereine, Initiativen und Einzelpersonen aus den Stadtteilen Limmer und Linden verschickt. Da der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Ideenwettbewerb aber nicht auf diese beschränkt bleiben soll, luden wir hier im Internet auch alle anderen Interessierten ein, sich an der öffentlichen Ideensuche zu beteiligen.
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»EINLADUNG zur öffentlichen Ideensuche für ein angemessenes Gedenken an das Frauen-KZ Limmer
Guten Tag,
hiermit möchten wir Sie / Euch herzlich einladen zu einer öffentlichen Ideensuche für ein angemessenes Gedenken an das Frauen-KZ Limmer. Da die bevorstehenden Planungen in Bezug auf den ersten Bebauungsplan für das frühere Conti-Gelände auch den Bereich des ehemaligen KZ-Geländes tangieren, halten wir es jetzt für erforderlich, mit dem öffentlichen Dialog über die Art und Form eines würdigen und angemessenen Gedenkens zu beginnen und rechtzeitig vor den Beratungen des Bebauungsplans Ergebnisse präsentieren zu können.
Näheres zu der öffentlichen Ideensuche findet sich im beiliegenden Schreiben.
Vorab möchten wir uns noch kurz vorstellen: Im Jahr 2004 wurde durch den Bezirksrat Linden-Limmer die Forderung eines angemessenen Gedenkens an das ehemalige Frauen-KZ in Limmer gestellt. Diese Initiative hat im Stadtteil und in der Verwaltung der Stadt Hannover ein durchweg positives Echo ausgelöst, ohne aber konkrete Aktivitäten auszulösen.
Im Frühjahr 2008 hat sich daher der Arbeitskreis »Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer« (AK Mahnmal Limmer) gegründet, der durch die Erarbeitung eines Konzepts für das Mahnmal und die geschichtliche Aufarbeitung die Umsetzung eines angemessenen Gedenkens erreichen möchte.
Inzwischen wurden Veranstaltungen zum Thema durchgeführt und mit verschiedenen Ständen Aufmerksamkeit in der limmerschen Bevölkerung geweckt und so ein Kreis von Interessierten für die Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen gewonnen.
In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wurde deutlich, dass neben dem KZ auch die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in den zahlreichen Lagern im Stadtteil bisher ohne ausreichende Beachtung geblieben sind. Daher wurde die Aufgabenstellung erweitert, und nun ist neben dem gewünschten Mahnmal auch die Aufarbeitung und Dokumentation der limmerschen Lager geplant; diese soll möglichst in einem ständigen Ausstellungsort einen Rahmen auch für Bildungsarbeit finden.
Durch Zusammenarbeit mit Archiven sollen die geschichtlichen Ereignisse umfänglicher verdeutlicht werden, und mit letzten direkten Zeitzeugen oder deren Verwandten werden Erinnerungen dokumentiert und für die Zukunft gesichert.
Der Arbeitskreis wird heute von rund 25 Menschen aus Limmer gebildet und arbeitet in den Arbeitsgruppen »Conti / Zwangsarbeit«, »Zeitzeugen«, »Gestaltung« und »Öffentlichkeitsarbeit«.
Mehr Informationen zur Geschichte des Frauen-KZs in Limmer und zu unserem Arbeitskreis findet sich im beiliegenden Flyer und auf der Website www.kz-limmer.de, auf der Materialien und ein kleiner Film die Inhalte der Arbeit vertiefen.
Wir hoffen auf eine rege Teilnahme,
mit freundlichen Grüßen
Horst Dralle & Rainer-Jörg Grube
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AUFRUF zur Teilnahme an einer öffentlichen Ideensuche für ein angemessenes Gedenken an das Frauen-KZ Limmer
Im Herbst 2010 sollen die Planungen für die Erarbeitung des ersten Bebauungsplans für das ehemalige Conti Gelände neu aufgenommen werden. Dieser Bebauungsplan wird auch die ehemaligen Flächen des KZ Limmer tangieren oder sogar gänzlich überplanen. Daher ist es aus Sicht des Arbeitskreises »Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer« erforderlich, jetzt Ideen für ein Gedenken und dessen Lokalisierung einzubringen.
Daran möchten wir den Stadtteil mit einem Ideenwettbewerb beteiligen und rufen hiermit zur Teilnahme auf.
• Aus Sicht des Arbeitskreises sollte dieser Wettbewerb öffentlich stattfinden und eine Teilhabe der Anlieger/inne/n und interessierten Akteur/inn/en des Stadtteils ermöglichen. Auch bereits vorhandenen Ideen und Gedanken für verschiedene mögliche Varianten des Gedenkens sollen dabei konkretisiert, auf eine praxisnahe Umsetzbarkeit überprüft und möglichst zur Planungsreife gebracht werden.
• Darüber hinaus sind auch einschlägig erfahrene Künstler/innen, Architekt/inn/en, Stadtplaner/innen, ... aufgefordert, ihre Ideen einzubringen oder bisherige Ansätze aufzunehmen und gegebenenfalls zu »professionalisieren«. Durch diese Beiträge sollen Entscheidungsgrundlagen verbreitert und externer Sachverstand eingeworben werden.
• Alle Vorschläge sollen schließlich dokumentiert, öffentlich vorgestellt und diskutiert werden und abschließend zu einer Empfehlung an die Stadtteilgremien (Sanierungskommission und Bezirksrat) führen.
• Für Teilnehmer/innen stehen nach vorheriger Absprache in geringem Umfang finanzielle Mittel zur Verfügung (für Materialien- und Auslagenerstattung, z. B. für Modelle, Pläne oder Ähnliches). Eine Prämierung der Entwürfe findet nicht statt, Preisgelder oder Sachpreise werden nicht vergeben.
Die Ideen sollen bis 30. September 2010 schriftlich dargestellt an den Arbeitskreis gesandt werden und können gerne durch Modelle, Fotos, Zeichnungen, Pläne usw. ergänzt werden. – Die Adresse lautet:
Arbeitskreis KZ Limmer
c/o Horst Dralle
St. Nikolai-Kirchengemeinde
Sackmannstr. 32
30453 Hannover
oder auch per Mail an: ideensuche@kz-limmer.de
Mehr Informationen zur Geschichte des Frauen-Konzentrationslagers der Continental AG in Limmer und zu unserem Arbeitskreis finden sich im beiliegenden Flyer oder auf der Webseite, auf der Materialien und ein kleiner Film die Inhalte der Arbeit vertiefen: www.kz-limmer.de.
Im Folgenden listen wir als Anregung (!) eine Sammlung bisher schon geäußerter Ideen in Kurzform auf, ohne damit aber weder eine Rangfolge festlegen noch eine abschließende Aufzählung leisten zu wollen:
• Gedenkstein, Skulptur und Benennung von Straßen
(Beschluss des Bezirksrats 2004: bisher ohne jegliche Umsetzung, hier im Originaltext):
1) »Der Bezirksrat fordert die Stadt Hannover auf, auf dem Conti-Gelände in Limmer die Errichtung einer Skulptur und eines Gedenksteins vorzusehen, mit denen in geeigneter Weise an das KZ Limmer und an die Frauen, die hier interniert waren, erinnert wird. Der Bezirksrat bittet die Stadt Hannover, sich in Verhandlungen mit der Continental AG dafür einzusetzen, dass diese die Kosten für die Skulptur und den Gedenkstein übernimmt.
2) Der Bezirksrat setzt sich dafür ein, die Straßen, die im östlichen Teil des Conti-Geländes neu angelegt werden sollen, nach Frauen zu benennen, die im KZ Limmer interniert waren, unter anderem nach Julienne Trouet, die am 19.3.1945 hier gestorben ist.«
Vollständige Anträge und Beschluss, PDF
• Erneuerung des bisherigen Gedenksteins (Stockhardtweg / Sackmannstraße)
Foto des heutigen Gedenksteins
• Gestaltung einer neuen Skulptur oder eines Mahnmals
• Gestaltung eines Stadtteilplatzes als Gedenkort
Entwurf des Sanierungsbüros Limmer von 2004, PDF. Das schwarze Quadrat kennzeichnet den möglichen Standort einer neuen Skulptur / eines neuen Mahnmals
• Markierung des alten Umrisses des KZ-Geländes durch einen Pflasterstreifen, Bepflanzung oder ähnliche »Landmarken«
Beispiel für eine Pflasterung: Das Monument für die Bornplatz-Synagoge in Hamburg, siehe de.wikipedia.org/wiki/Bornplatzsynagoge
• Schaffung eines ständigen Ausstellungsortes auf dem ehemaligen Betriebsgelände (für die Ausstellung von Dokumenten und Exponaten, sowie für Bildungsarbeit und Führungen etc.)
• Dokumentation erarbeiteter Hintergründe zum KZ Limmer in Broschüren und einer Ausstellung
• ... und hier sollen weitere Ideen des Stadtteils stehen.«
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Die schwarz hinterlegten Links zu weiterführenden Materialien haben wir für die Homepage ergänzt, sie waren kein Bestandteil der ursprünglichen Schreiben.
