Ergebnisse der Öffentlichen Ideensuche

Projektbericht & Presseinfo
Ideen für ein Gedenken an das Frauen-KZ Limmer

Die Anfang 2011 beginnende Planung für den ersten Bebauungsplans für das ehemalige Conti Gelände war Anlass für den Arbeitskreis „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ Limmer“, eine Ideensuche im Stadtbezirk Linden-Limmer zu initiieren.

Es schien erforderlich, frühzeitig die Ideen für ein Gedenken und dessen Lokalisierung zusammenzutragen. In den letzten Monaten wurden daher im Stadtbezirk über 100 Personen, Vereine, Initiativen und KünstlerInnen zu Ideen ermuntert; diese haben sich rege beteiligt.

Ergebnisse 1

Die große Mehrheit der TeilnehmerInnen hat sich dafür ausgesprochen, den bisherigen Ideen des Arbeitskreises zu folgen und angeregt, den drei wesentlichen Vorschlägen nun auch in den Gremien zu einer tatsächlichen Umsetzung zu verhelfen:

  • Straßenbenennung nach Lagerinsassinnen
  • Gestaltung eines Stadtteilplatzes als Gedenkort
  • Einrichtung eines dauerhaften und gemeinsamen Lern- & Dokumentationszentrums für alle hannoverschen KZ-Außenlager (Stöcken/Continental, Stöcken/Akkumulatorenwerke, Ahlem, Langenhagen, Limmer, Misburg, Mühlenberg)

DETAILS 1 – STRASSENBENENNUNGEN

Sie sollen nach ehemaligen Lagerinsassinnen erfolgen, wie z. B.:

  • französische inhaftierte Frauen, wie:
    - Marie-Louise Lachot
    - Stéphanie Kuder
    - Anne-Marie Soucelier
  • polnische inhaftierte Frauen, wie:
    - Wladyslawa Bosek
    - Stanislawa Kaminska
    - Marie Suszynska-Bartman

und weitere mehr . . .

DETAILS 2 – STADTTEILPLATZ

Ein öffentlicher Stadtteilplatz soll im östlichen Bereich des ehemaligen Lagers als Gedenkort gestaltet werden.
Die räumliche Lage ist am Bebauungsraster des neuen Wohngebiets ausgerichtet, ohne dass heute die Gestaltung abschließend geklärt wird.

DETAILS 3 – LERN- & DOKUMENTATIONSZENTRUM

Die Einrichtung eines gemeinsamen Lern- und Dokumentationszentrums für die hannoverschen KZ-Außenlager steht seit langem aus und sollte nun baldmöglichst in Limmer erfolgen. Wunschort sind Räume in der alten Bettfedernfabrik der jüdischen Familie Rüdenberg, aber auch das Freizeitheim Linden wäre dafür denkbar. Mittel für eine begleitende Bildungsarbeit dieser neuen Einrichtung sind bereitzustellen (Audiosystem, Rundweg zu „besonderen Orten im Stadtteil“, Erstellung von Material für schulische Bildungszwecke, Druckerzeugnisse).

Ergebnisse 2

GESTALTUNG STADTTEILPLATZ – BETEILIGUNG DES STADTTEILS UND VON KÜNSTLER/INNEN

Verschiedene namhafte KünstlerInnen haben eine spätere Beteiligung für ein Mahnmal in Aussicht gestellt, da die heutigen Rahmenbedingungen aus ihrer Sicht noch zu wenig Substanz für tatsächliche künstlerische Entwicklungsräume aufzeigen.

Darunter sind unter anderem das Ehepaar Almut und Hans Breuste, Wilfried Behre (Friedenssteine an der Oper) und Ralf Schulze (limmerformen).

Daher schlagen wir vor, im jetzigen Planungsprozess des Bebauungsplans dort vorerst eine Fläche für einen öffentlichen Stadtteilplatz zu sichern, ohne aber heute die endgültige Gestaltung abschließend zu klären.

Gleichwohl möchten wir vier eingereichte konkrete Gestaltungsvorschläge für ein Mahnmal bzw. den Stadtteilplatz bereits jetzt darstellen, um die Breite der Vorstellungen zu zeigen und haben dafür die einzelnen Vorschläge auf den nächsten Seiten (siehe Menü links) im Detail dargestellt.

Es sind die Vorschläge (in der Reihe des Eingangs):

  1. Gestaltungsvorschlag für ein Mahnmal von Ulrike Enders, Ricklinger Bildhauerin
  2. Gestaltungsvorschlag für ein Mahnmal von Andreas Kleine, Lindener Künstler & Architekt
  3. Vorschlag für eine Platzgestaltung von Horst Dralle, Mitglied des AK & des Kirchenvorstands
  4. Vorschlag für Platzgestaltungsdetails von Andreas Mischok, Diplompädagoge

 

Plan Stadtteilplatz und möglicher Gedenkort
Lage des Stadtteilplatzes und eines möglichen Gedenkortes (Pfeil)