14.12.2009
Ausstellung »Fremd im eigenen Land«
Fremd im eigenen Land – Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft 1945 kehrten wenige tausend
überlebende deutsche Sinti und Roma in eine Gesellschaft zurück, die
ihre ablehnende Haltung gegenüber den »Zigeunern« kaum geändert hatte.
Wo und wie sich die Sinti und Roma ansiedelten, unter was für Umständen
sich das Alltagsleben vollzog, was von ihrer reichen Kultur gerettet
werden konnte – solchen und weiteren Fragen geht die Ausstellung mit
Bildern und Dokumenten nach. Besondere Bedeutung haben aber vor allem
von Schülern durchgeführte Interviews mit Sinti und Roma aus Stade,
Osnabrück, Hannover, Hildesheim und weiteren niedersächsischen Städten. Neben den Kontinuitäten der Diskriminierung und Ausgrenzung, der
polizeilichen Überwachung und der rassistischen »Zigeunerwissenschaft«
wird die Ausstellung auch neue Entwicklungen behandeln. Dazu zählen die
(teils späte) »Wiedergutmachung« ebenso wie die Bemühungen einzelner
Kommunen um eine angemessene Unterbringung der Sinti und Roma sowie
ihre bürgerliche Selbstorganisation mit dem Welt-Roma-Kongress 1981 in
Göttingen als Höhepunkt. Die Ausstellung bildet eine direkte Fortsetzung der seit 2003 in
über 20 niedersächsischen Kommunen und Gedenkstätten gezeigten
Wanderausstellung »Aus Niedersachsen nach Auschwitz. Die Verfolgung der
Sinti und Roma in der NS-Zeit«. Ausstellung in Kooperation mit dem Verein für Geschichte und Leben
der Sinti und Roma in Niedersachsen e.V. und dem Niedersächsischen
Verband Deutscher Sinti e.V., gefördert von der Stiftung »Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft«, Berlin, dem Bistum Hildesheim und dem
Medienzentrum der Region Hannover.
24. Oktober 2009 bis 31. Januar 2010
Historisches Museum Hannover
Mehr Informationen zur Ausstellung und das Begleitprogramm finden Sie unter www.mzrh.de/projekte/fremd_im_eigenen_land/fremd_im_eigenen_land.pdf

