Andreas Mischok, Diplompädagoge

... hat mehrere Gedanken zur Markierung des Standortes des ehemaligen KZ Limmer entwickelt.

Die Markierung sollte vor Ort ein Zentrum haben und von diesem ausgehen. Das kann in dem entstehenden Wohngebiet ein Ort der Ruhe und des Gedenkens sein. Dieser Ort sollte nicht »Kalt« oder »Negativ« oder »Unnahbar« gestaltet werden, gerade weil der Ort die Bewohner/innen in ihrem Lebensumfeld ansprechen soll und nicht abschrecken, sondern soll ein Ort werden, der zum Verweilen und Nachdenken anregt, weil man sich dort gerne aufhält, weil es etwas zu entdecken gibt: die Geschichte.

Beispiele für die Gestaltung eines solchen Rahmens:

Rosengarten für die Kinder vom Bullenhuser Damm in Hamburg: Diese 20 Kinder sind Opfer der NS-Verbrechen geworden – heute erinnern Tafeln innerhalb eines Rosengartens an sie und in der Nähe befindet sich eine kleine Dokumentationsstätte zur weiteren Kontextualisierung und Erklärung des Verbrechens. Ein solcher Garten würde das neue Wohngebiet inhaltlich und auch ästhetisch aufwerten.

Individuelles Gedenkbuch: In der Gedenkstätte Dachau bei München steht eine Kirche auf dem Gelände des ehemaligen KZ, in der ein Gedenkbuch geführt und gepflegt wird. Das Buch enthält individuell erstellte Beiträge von Freiwilligen, die sich mit Biografien von Opfern des Lagers auseinandergesetzt haben und für diese jeweils Seiten gestaltet haben. Ein solches Buch könnte unter einem Dach, auf einem Sockel, o. ä. installiert werden und die Seiten müssten natürlich vor Einheftung kontrolliert bzw. korrigiert werden. Neue Seiten könnten jeweils am Jahrestag der Einrichtung und des Endes des KZ Limmer eingefügt werden.

Wegweiser: Ein solcher Wegweiser, oder mehrere an jeder Ecke des ehemaligen Lagergrundes, können vom Platz des KZ Limmer aus in alle Richtungen weisen und die Herkunftsorte der Häftlinge benennen, andere Lager benennen die mit dem KZ Limmer verbunden waren, … Solche Wegweiser können von Berufsschulen (Holztechnik, Metall, …) erstellt werden und von Limmer aus auf die Dimension des Lagersystems hinweisen.

Sammlung von Steinen o. ä.: Steine oder andere Objekte können in Anzahl der Insassen zusammengebracht und angeordnet werden, sodass durch die Häufung ein Monument o. ä. entsteht, das auf die Zahl der Individuen hinweist, die im KZ Limmer gelitten haben. Das Zusammentragen der Objekte kann durch die Anwohner/innen des ehemaligen KZ Limmer und Freiwillige geschehen, die einen Stein o. ä. beitragen und ihre Gedanken dazu in einem Buch, Blog, … festhalten.

Audiosystem: Am Ort mancher Gedenkstätten finden sich heute solche Systeme, die ermöglichen, das Besucher/innen Informationen mit dem eigenen Mobilfon abrufen können, Zeitzeug/inn/enberichte oder historische Fakten, … Ein solches System ist vergleichsweise billig zu installieren und müsste aber natürlich gepflegt werden, bietet aber auch die Chance zur unkomplizierten Erweiterung …